Elektroautos bei der Fahrt ohne Stopp „auftanken“

08.10.2013

Die Versuchsanlage zur induktiven Energieübertragung der INTIS GmbH konnten die Teilnehmer besichtigen

Elektromobilität und neue Mobilitätskonzepte: Fachtagung bei der INTIS

Lathen. Elektroautos während der Fahrt zu „betanken“ ist keine Zukunftsvision mehr. Ingenieure bei der INTIS in Lathen betreiben eine Versuchstrecke und einen Versuchsstand zur praktischen Erprobung von induktiver Energieübertragung. Neben der 25 Meter langen Versuchsstrecke besteht ein flacher Versorgungskanal, der flexibles Verschalten von Energieversorgung, Ortung und Kommunikationstechnik ermöglicht. Von dieser zukunftsorientierten Technik konnten sich nun die Teilnehmer der Veranstaltung zu neuen Mobilitätskonzepten bei der INTIS in Lathen überzeugen.

Mehr als 30 Teilnehmer kamen zu der von der Energieeffizienzagentur Emsland (EEA-EL) in Kooperation mit der HÖB (Histiorisch-Ökologische Bildungsstätte) und dem Klimanetzwerk Papenburg durchgeführten Veranstaltung. „An Mobilitätssystemen werden in Zukunft hohe Ansprüche gelegt, denn sie müssen klimaschonend, vernetzt und bezahlbar sein“, begrüßte Ansgar Schlüter von der INTIS GmbH die Gäste. Zu diesem Thema waren auch die Referenten Matthias Brucke von Automotiv Nordwest und Oliver Kugland von der Hanrath Gruppe geladen. Über die praktische Umstellung von herkömmlichen Pkw auf Elektrofahrzeuge berichtete Peter Lüttel von der gleichnamigen Bäckerei aus Lingen. „Die Mobilität der Zukunft wird sich für Alle ändern“, ist Matthias Brucke überzeugt. Der Ingenieur ist der Meinung, das sich Konzepte wie zum Beispiel das der multimudaler Transportlösungen oder das Carsharingkonzept sich auch in deutschen Großstädten durchsetzten werde. Benötigt man ein Fahrzeug, informiert man sich via Smartphone über den Standort des nächsten zu mietenden Fahrzeugs, reserviert es, und durch einen Code kann das Fahrzeug geöffnet und fahrbereit gemacht werden. Anschließend stellt der Nutzer das Fahrzeug am Zielort einfach ab. „Das Privatauto als urbanes Fortbewegungsmittel hat ausgedient“, so Brucke weiter. „Die Autos in der Zukunft können miteinander kommunizieren und im Notfall die Kontrolle übernehmen“, ist auch Oliver Kugland von der Hanrath Gruppe überzeugt. Der Chefentwickler des Unternehmens testet mit seinen rund 300 Versuchsfahrern unter anderem auch innovative Kommunikationsplattformen in Fahrzeugen. Die Techniken, wie zum Beispiel GPS, Front- und Rückkameras, Navigation, Spurassistenz oder Einparkhilfe seien bereits heute in vielen Autos vorhanden. Nun gelte es diese Techniken miteinander zu vernetzen und mit moderner Kommunikationstechnik zu ergänzen. „Das vernetzte Automobil wird eine Schlüsselrolle bei der Etablierung neuer automobiler Mobilitätsprodukte und Dienstleistungen spielen“, ist Kugland sicher. Dass die Umstellung von Verbrennungsmotor auf Elektrofahrzeug auch wirtschaftlich sinnvoll ist, zeigte Peter Lüttel von der gleichnamigen Bäckerei aus Lingen. Der Bäckereichef erstand ein Elektroauto von Renault, welches er nun durch Energie von den hauseigenen Blockheizkraftwerken „betankt“. Das Fahrzeug liefert jeden Tag Waren in die Filialen rund um Lingen. „Hatten wir vor der Anschaffung des Elektroautos Treibstoffkosten zwischen 400 und 500 Euro, fahren wir jetzt nahezu umsonst“, ist Lüttel überzeugt. Zwar sei die Leasingrate monatlich etwa 150 Euro teurer, die Einsparung betrage monatlich dennoch rund 350 Euro. „Gerade aufgrund der steigenden Benzin- und Dieselkosten macht der Wechsel zu einem Elektroauto, zum Beispiel bei Stadtfahrten, sinn“, ist Lüttel überzeugt.


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